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15. Mieminger Jubiläums-Tuifllauf 2016 – „…und danach gibts eine höllische After-Show-Party“

Als ich in Mieming TV zum ersten Mal diesen Film gesehen habe, dachte ich, die traut sich was, die Fischer Maria. Da steht sie in flottem Damenkleid und redet mit den Erd-Delegierten der leibhaftigen Tuifl. Und die sehen aus wie du und ich. Ganz menschlich. Und sie sprechen so wie wir. Und im Hintergrund lässt der Fischer Andrä einfach mal so seine Kamera mitlaufen.

Der Schöpf Daniel (Oberhäuptling des Büros der Mieminger Tuifl) sagt: „Wie feiern heute 15jähriges Jubiläum und dazu haben wir uns etwas ganz Besonderes einfallen lassen.“ Lukas Krabacher lässt etwas mehr ‚raus: „Am Samstag, dem 26. November findet heuer der Mieminger Tuifllauf auf dem Sportplatz in Obermieming statt.“ Hinter ihm steht der wohlbehütete, blondgelockte Sagmeister Michael. Der wird konkret und lädt zur „After-work-Party“ ein: „Am besten bist du schon um 16 Uhr am Sportplatz in Obermieming. Da gibt es nämlich schon was zum Essen und zum Trinken. Um 17 Uhr kemmen die Engelen und verteilen Geschenke an die Kinder. Direkt danach, um ca. 18 Uhr, öffnen sich die Höllen-Tore und die Unterirdischen führen ihren 15. Jubiläums-Tuifllauf in Mieming auf.“

Die Fischer Maria setzt noch eins drauf, denn sie weiß aus gelebter Erfahrung, was beim Tuifllauf alles so abgeht: „…danach gibts noch die höllische After-Show-Party. Also – dabei sein, ist ein Muss für alle Miemingerinnen und Mieminger.“

Die Maria dreht sie sich zur Seite und flüstert in hörbar gesenkter Tonlage: „Mieming-TV“ war übrigens auf der Suche nach den Tuifln. „Wir wollten wissen, wo sich die Höllen-Wesen so unterm Jahr aufhalten…? – Weil heuer Jubiläumsjahr ist, haben sie uns eingeladen. Sucht uns – so die Botschaft – links und rechts vom Stöttlbach.“

Die Tuifl scheuen außerhalb ihrer alljährlichen Versammlungen zum Ende des Jahres die Begegnungen mit uns Menschen. Aber wenn sich hinter den großen Steinen, die sie überall in den Mieminger Bergen herumgeworfen haben, Rauch und Feuer auftut, sind sie nicht mehr weit. Wenn der Wind günstig steht und die Tuifl menschliche Beobachter nicht riechen können, dann kommen sie aus ihren unterirdischen Verstecken gekrochen – einer nach dem anderen. Mit Ketten- und Glocken, Peitschen und allem, was sie so üblicherweise an sich tragen schlagen sie wild um sich. So sollen heimliche Beobachter in die Flucht geschlagen werden. Da wird jede Menge Testosteron frei. Das ist das wichtigste männliche Sexualhormon. Tuifl sind bekanntlich männlich anmutende Wesen.

Der Obertuifl weckt die Sommerschläfer grunzend und einzeln auf. Widerwillig erheben sie sich, zeigen ihre furchterregenden Hörner und ihre zotteligen Felle. Das Grunzen übersetzen Tuifl-Experten mit „Aufwachen“.

Überall lodern jetzt kleine und große Feuer. Die Luft riecht nach Schwefel und nass-klammen Gestalten. Nichts für Zartbesaitete mit sensiblen Geruchsorganen. Von allen Seiten kommend, laufen sie aufeinander zu. Die Kleineren sind noch im Sommerschlafmodus und müssen erst ihre Organismen auf „Action“ hochfahren.

Mit den überall hoch lodernden kleinen und großen Feuern, könnte man ganz Mieming mit Erdwärme versorgen. Aber wer sollte denn mit solchen Gesellen Energieversorgungsverträge abschließen? Wer- frage ich Euch?? Unter uns gesagt, Speedy könnte das. Aber jetzt weichen wir vom Thema ab.

Dann nähern sich die vom Winterschlaf aufgewachten Tuifln mit großen Schritten den von Menschen bewohnten Häusern. Nutzen ihre Brücken, Wege und Übergänge und ihre Hörner funkeln dabei im dunkeln Licht. Wie Gehetzte auf der Flucht, schauen sie ständig nach links und rechts. So als würden sie sich vor den Menschen fürchten. Ausgerechnet. Wenn die wüssten… (das ist ja wohl eher umgekehrt so).

Da marschiert eine Armada zotteliger Gehörnter in geordneter Unübersichtlichkeit über die unterste Stöttlbachbrücke. Wer sowas aus seinem Versteck jemals beobachten konnte, weiß, wie sich das anfühlt, wenn einen der Mut verlässt und das Herz in die Hose plumpst.

Sie kommen näher und näher und schon bald tauchen sie am Kälberhagl auf. Die Kälber, Kühe und alle anderen Rindviecher in den Ställen vom Post Hannes oder Kapeller Franz hören auf zu fressen. Auch die härter besaiteten Longhorns beim Steirerhof. Sie rechnen mit dem Schlimmsten. Irgendwie scheinen sie zu ahnen, dass die Felle der Tuifl von ihren Altvorderen abstammen. Bei den Longhorns ist das sicher der Fall.

Jetzt haben sie alle ihre Betriebstemperaturen erreicht und stolzieren selbstbewusst und mit kriegerischen Posen an der beschaulichen Josefskapelle vorbei. Die Kastanie trägt noch ihr Herbstlaub. In Höhe der Werkstatt-Garage vom Weber Franz verschwinden sie alle auf einen Schlag in einer schwarzen Rauchwolke.

Zu hören sind nur noch die Stimmen ihrer menschgebliebenen Stellvertreter in Mieming die uns daran erinnern, auf gar keinen Fall das Jahrestreffen der schaurigen Tuifl zu verpassen. „Wir sehen uns…!“ rufen sie. Wir schnappen nach Luft und schreiben mit zittriger Hand in unsere Termin-App:

„Der 15. Mieminger Tuifllauf wird am Samstag, dem 26. November auf dem Sportplatz in Obermieming veranstaltet. Die Standln sind ab 16 Uhr geöffnet. Ab 17 Uhr Kinderbescherung mit den Engeln. Ab 18 Uhr sind die Tuifl los. Auf – gib dir einen Ruck. Pack die Familie ein und nichts wie hin!“

Quelle: → Mieming online

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